Viagra der Abruzzen

"Capsicum annuum" - so lautet der wissenschaftliche Name der in Italien verbreiteten scharfen Peperonis. Archäologische Forschungen haben ergeben, dass das Gewürz bereits vor 9000 Jahren in Mexiko bekannt war. Dort wächst bekanntlich auch das schärfste aller Früchtchen, die gefürchtete Red Habanero. Gemessen wird der Schärfe-Grad in der so genannten Scoville-Skala - und da kommt die Schote aus dem Yucatan auf sage und schreibe 300.000 Einheiten.
Zum Vergleich: Die in der Mittelmeerregion angebauten Peperoncinos haben gerade mal 100 bis 500 Einheiten - und selbst die brennen schon.
Apropos Mittelmeer. Nach Europa kam das auch für seine angeblich aphrodisische Wirkung bekannte Gewürz durch Christoph Kolumbus, der es aus Amerika mitbrachte. Ein Mitglied der ersten Kolumbusexpedition schrieb damals ins Bordbuch: "Das Gewürz, das die Menschen dort essen, ist reichlich vorhanden und wichtiger als schwarzer Pfeffer."
Auch für die Gesundheit, wie man heute weiß. Experten zufolge ist Peperoncino eine gute Vorbeuge-Maßnahme gegen Herzinfarkte und senkt - bei konstantem Gebrauch - den Cholesterinspiegel.
In Mittelitalien wurde die Feuer-Frucht gar in "Viagra der Abruzzen" umbenannt.
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