Chieti

Cattedrale di San Giustino
Cattedrale di San Giustino
Corso Marrucino
Corso Marrucino
Proccessione del Venerdi Santo
Proccessione del Venerdi Santo

Die Provinz Chieti, bildet den südlichen Teil der Region.
Im Norden wird Sie vom Fluss Pescara, im Süden vom Trigno, der sie vom Molise trennt, und im Westen von mächtigen Bergen abgegrenzt. Unter ihnen hebt sich das weithin sichtbare Maiella-Massiv beherrschend hervor und ist auch heute noch der Symbolberg für alle Bewohner der Abruzzen,das Muttergebirge "La Montagna madre".
Die Runde, schutzversprechende Form der Majella hat den Menschen in vielen Epochen Schutz gegeben, daher Muttergebirge der Abruzzen. Was vor 120 Millionen Jahre eine Lagune war ist heute ein Nationalpark in dem Tiere wieder zu Hause sind wie z.B. der Wolf, der Bär, die Abruzzengemse und durch die hervorragende Wasserqualitaet auch der Otter, ein sehr sensibeles Tier.
Einige Kilometer entfernt, umfasst der zu Chieti gehörende Küstenstreifen, von Francavilla al Mare bis San Salvo, über die Hälfte der gesamten abruzzesischen Küste und stellt damit ein weiteres, wichtiges Kennzeichen dieser Region dar. Der Fremdenverkehr hat sich heute hauptsächlich entlang der Küstengebiete sehr stark entwickelt; aus grundlegenden geschichtlichen Untersuchungen jedoch wissen wir, dass sich entlang der Adriaküsten seit jeher ein intensiver Verkehr abwickelte -weit entfernt von der Vorstellung des mythischen, fabelreichen, geheimnisvollen und unzugänglichen Abruzzen.
Nicht durch Zufall gibt es in dieser Provinz alte und bedeutende Küstenorte, wie Francavilla, Ortona und Vasto; nicht zufällig kamen einer Handelsstadt wie Lanciano Reichtum und Ruhm zu, und zwar vor allem dank der Schiffe, die aus Venedig, Apulien, Ragusa und der dalmatinischen Küste, aus Albanien und Griechenland kommend, hier anlegten.
Zwischen Meer und Bergen breitet sich ein weites Hügelland aus, mit Weinbergen und Olivenhainen bebaut, das ein nicht geringes Gebiet der Provinz ausmacht. Hier liegen bedeutende Zentren wie Chieti, Lanciano, Guardiagrele, Atessa, Casoli und zahlreiche Orte, die oft hoch oben auf den Hügeln, in grünen Tälern eingebettet oder auch in der Nähe der Flüsse errichtet wurden. Wie in der übrigen Region, so haben auch hier stolze und starke Völkerstämme zahlreiche
Spuren einer ruhmvollen Vergangenheit hinterlassen: von den italischen Tempeln von Schiavi d'Abruzzo, zu dem antiken Juvanum, bis zu den Überresten des Teate Marrucinorum, dem heutigen Chieti.
Das sind nur einige der auffälligsten Beispiele einer auch heute noch lebendigen Vergangenheit und deren Merkmale sich auch oftmals in der Struktur einiger Städte erkennen lassen; jedenfalls kann man wertvolle Zeugnisse jener Zeiten im "Gabinetto Archeologico" von Vasto oder im "Museo Archeologico Nazionale d'Abruzzo" in Chieti bewundern wo z.B. Der Krieger von Capestrano zu Hause ist, das eigentlich Wahrzeichen der Abruzzen.

Die besonders schönen Städtenamen, wie Fara Filiorum Petri oder Fara San Martino hingegen verraten langobardischen Ursprung; Spuren normannischer Einflüsse lassen sich in,einigen Besonderheiten der dreifachen Apsis von San Giovanni in Venere erkennen, einer gewaltigen Zisterzienserabtei, die sich auf einem olivenbewachsenen Vorgebirge steíl über dem Meer erhebt. Dieses herrliche Bauwerk stellt sicherlich jedoch nicht das einzige Denkmal mittelalterlicher
Kunst dar, die in dieser Provinz, wie auch in den übrigen Abruzzen, romanische Züge elegant und massvoll mit gotischen zu schmelzen verstand. In den inneren Landesteilen fand häufiger der Stein, in Meeresnähe hingegen der Backstein Verwendung. Überall entstanden Kathedralen, Kirchen, Klöster und Einsiedeleien. Nach dem Tibet z.B. Hat das Muttergebirge die meisten Einsiedeleien auf dieser Welt.
Es gibt auch zahlreiche Schlösser, die mit ihren befestigten Mauern und Türmen heute vielleicht romantisch erscheinen mögen, die aber ihrer Architektur wegen sehr wertvoll sind. Durch die beunruhigenden Zeugen einer stürmischen Vergangenheit lassen sich auch zum Teil, die noch heute bestehenden ausgeprägten Unterschiede zwischen benachbarten Ortschaften erklären. Diese Unterschiede machen sich in den verschiedenen Dialekten und Volksfesten deutlich.
Darüber hinaus gibt es noch warme menschliche Kontakte, die man in den überfüllten, krankmachenden Grosstädten selten findet.