Teramo
Zwischen Nereto und Sant'Omero, am rechten Vibrata-Ufer, erhebt sich das -heute vereinsamte- Kirchlein Santa Maria a Vico, ein eindruckvoller, romanischer Bau, dessen Restaurierung bestätigt hat, dass sein Entstehungsdatum beträchtlich früher als ums Jahr tausend liegt. Im oberen Tal des Mavone steht Santa Maria di Ronzano bei Castelcastagna und San Giovanni ad Insulam bei Isola del Gran Sasso d'Italia genau an der Abzweigung nach Castelli. Sie stellen zwei weitere grundlegende Etappen mittelalterlicher Geschichte und Handels in der Provinz Teramo dar, wozu auch der Freskenzyklus von Ronzano beiträgt, der grosse Bewunderung bei dem Besucher hervorruft, aber auch nachdenken lässt, inwieweit viele der
altüberlieferten Legenden mit dem wahrhaften Geschehenen
übereinstimmen. Der abengenann Freskenzyklus weist eine
hervorragende Kunst von jenseits der Alpen aus dem Jahr 1181 auf und ist heute erneut Studienobjekt von Ferdinando Bologna.
Im Vomanotal hingegen, nicht weit vom Meer entfernt bei Roseto degli Abruzzi,erhebt sich dann noch feierlich die grosse Abtei von Santa Maria di Propezzano, mit ihrem herrlichen Kreuzgang, vom polnischen Maler Sebastiano Majewski mit Fresken beschmückt und, etwas weiter talaufwärts, San Clemente al Vomano, von San Clemente a Casauria abstammend, geprägt von römischen Elementen und berühmt wegen seiner erst jetzt entdeckten, eindrucksvollen Krypta und des prächtigen Tabernakels aus dem 12. Jahrhundert, das von Ruggero und seinem Sohn Roberto geschaffen wurde.
Weitere, bemerkenswerte Monumente finden
wir in Campli, Montorio al Vomano, Giulianova, Civitella del Tronto .(die gewaltige Festung, die das letzte Bollwerk der Bourbonen gegen die Piemontesen darsteIlte ist heute restauriert) und in Atri die grosse, romanisch- gotische Kathedrale, auf einer römischen Therme errichtet, mit der Unterkirche an der Stelle einer "piscina limaria", der uralte Kreuzgang, die Reste der ursprünglichen, fünfschiffigen Sancta Maria de Hatria, der Freskenzyklus von Andrea de Litio (der grösste Maler des abruzzesischen Quattrocento), der das Leben am Hofe der Herzöge von Acquaviva darstellt. Schliesslich gibt es das Museum, voll von wertvollen Kunstschätzen, die man hier nicht alle aufzählen kann, vervollständigen das Bild eines Landstrichs und seiner Bewohner, deren bedeutende geschichtliche Rolle einer eingehenden Betrachtung wert ist.
Von Prati di Tivo di Pietracamela, unterhalb des Corno Piccolo des Gran Sasso d'Italia, bei Pratoselva di Fano Adriano, auf den Hängen des Monte Corvo und San Giacomo di Monte Piselli, auf der Montagna dei Fiori, zwischen
Civitella del Tronto und dem Castellanatal, entstehen immer weitere bestausgestattete Skiorte, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Da der Platz für die vielen Besucher nicht mehr ausreicht, die sogar aus der Romagna und den Apulien, aus Rom und Umbrien herkommen, wird die Entwicklung des Fremdenverkehrs mit der damit verbundenen Schaffung neuer Anlagen weiter gefördert, obwohl dies gegen die Bestimmungen verstösst, die für die Einrichtung des
Regional-Naturparks Gran Sasso d'Italia notwendig sind. Am
Meeresufer entlang beherbergen jährlich sieben Badeorte Tausende von Touristen in etwa 280 Hotels und auf Zeltplätzen, welche über ein Drittel der Gesamtbettenkapazität der Region ausmacht. Vom Norden
aus gesehen liegen Martinsicuro-Villa Rosa, Alba Adriatica,
Tortoreto Lido, Giulianova Spiaggia, Roseto degli Abruzzi, Pineto und Silvi Marina wie eine Kette herrlicher Sandstrände aneinandergereiht (etwa 45 km.), in Erwartung der friedlichen Invasion des Sommers.



